Sehr geehrte Eltern,
die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (BStabG) in den Bundestag eingebracht. Es ist richtig, dass im Gesundheitssystem Geld eingespart werden muss. Wenn jedoch dieser Gesetzentwurf unverändert beschlossen wird, kommt es zu maßgeblichen Veränderungen der Versorgungslandschaft, die auch Ihre Praxis für Ihre Kinder und Jugendlichen und damit Sie persönlich betreffen.
Unter anderem sieht das Gesetz vor, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen künftig wieder zu budgetieren. Das bedeutet, dass Ihre Praxis voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein wird, Ihnen diese Leistungen in gleicher Qualität und Anzahl anzubieten, wie Sie es gewohnt sind. Die genauen Auswirkungen sind nicht vorhersehbar. Wartezeiten auf Termine werden länger. Möglicherweise müssen Praxen auf Grund des wirtschaftlichen Drucks Ihren Betrieb herunterfahren oder sogar die Praxis schließen.
Wir sind erstaunt, dass die Expertenkommission gute Vorschläge gemacht hat, z.B. die präventiven Leistungen zu stärken um Folgekosten zu verhindern, diese Vorschläge aber im Gesetzentwurf konterkariert werden. Als Versicherte sollen Sie z. B. weiter mit einem großen Anteil Ihrer Versicherungsbeiträge an der Versorgung von nicht-beitragszahlenden Versicherten (Bürgergeldempfängern etc.) beteiligt werden, obwohl dies Aufgabe der gesamten Gesellschaft wäre, nicht nur der gesetzlich Versicherten.
Wir begrüßen es, wenn Sie unsere Forderung nach Korrekturen dieses Gesetzes unterstützen: Fragen Sie Ihnen bekannte, regionale Politiker, warum gerade Kinder- und Jugendarztpraxen, die zukünftig zusätzliche Steuerungsaufgaben und eine neue Vorsorgeuntersuchung U10 anbieten sollen, nun wieder budgetiert werden und warum bei so wichtigen Dingen, wie der Prävention und den Impfungen gespart werden soll, obwohl die Expertenkommission andere Dinge vorschlägt.
Wir bitten Sie zudem um Verständnis, wenn es in den nächsten Wochen durch Protestaktionen im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zu Einschränkungen im Praxisbetrieb Ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis kommen sollte.
Wir unterstützen auch die Forderungen des Hausärzteverbandes. Die hausärztlichen Praxen sind ähnlich betroffen. Über die Webseite www.hausarztpraxen-rettten.de können Sie hierzu Informationen finden und z.B. die Email-Adresse der Bundestagsabgeordneten Ihrer Region.
Es grüßt Sie sehr herzlich,
Ihre Kinder und Jugendarztpraxen